Datum: 14.Mai 2017

Start: Sportboothafen Nürnberg

Ende: Sportboothafen Forchheim (eigentlich Unterwasser, aber es wurde dann das Oberwasser)

Distanz: 38 km

Fahrzeit: 12,5 h

Brücken: unzählige, aber Mast standarmäßig gelegt 🙂

Schleusen: 3, Kriegenbrunn, Erlangen, Hausen

Wetter: alles dabei, vormittags Sonnenschein, dann heftige Gewitter und wieder ruhige Abendstunden

Verkaterter Start in den Tag 🙂

Noch etwas angeschlagen von gestern wurde es wieder mittag bis ich losgekommen bin.

Und dann stand gleich mal eine 16km-am-Stück-Teil-Etappe an! Anstrengend aber trotzdem ein ganz besonderer Tag..

Herrlich! … das Teilstück hier auf Höhe Erlangen.

War auch ziemlich belebt die schöne Promenade…die Damen wollten im Doppelpack mitfahren 🙂 , aber der Pedalantrieb hatte gerade eine schlechte Phase und ich hatte heute noch Strecke vor und deswegen habe ich mich mit 1km/h Differenz langsam aber stetig davongeschlichen 🙂

Ab geht die Post…!

Bei ca. Kilometer 14 tauchte plötzlich die Yacht Alisia mit sehr, sehr netten Vereinsmitglieder aus Nürnberg auf. Wir hatten uns gestern beim grillen schon kennenglernt und uns super angenehm unterhalten, u.a. über das Abschleppen!

War richtig geil mit 15 Sachen übern Kanal zu heizen, amtliches Tempolimit13km/h!

An der Schleuse angekommen regelten sie auch noch das Schleusenprozedere per Funk für mich (immer noch Handy-los, keine aktive Simkarte und heute ist Sonntag), und zu guter Letzt gab es noch ein grosses Stück Kuchen als Wegverpflegung! Nochmal herzlichen Dank! Super Euch getroffen zu haben!

Es sollte doch noch ein langer Tag werden!

Leider hing ich aber noch ungefähr 2 1/2 h vor der Schleuse fest. Ausser mir lag aber noch ein Frachter vor der Kaimauer. Lustigerweise war es genau der Frachter von vorgestern der im Industriegebiet Roth vom sympathischen Kranfahrer gelöscht wurde. Der holländische Kapitän war gut drauf und hat mich auch ein bisschen auf seinem Schiff rumturnen lassen.

Es kamen auch sonst noch nette Gespräche zu Stande, so dass die Wartezeit schnell verging.

Als der erste Schleuser wissen wollte, wie weit ich heute noch vor hätte zu fahren und ich ihm ‚Forchheim‘ antwortete, kam ein besorgtes zweifeln aus dem Lautsprecher 🙂 Inzwischen war es kurz vor 17 Uhr!

Weiter ging es mit einem 7,6km Sprint zur nächsten Schleuse. Die lief super! Ca. 800m vor der Schleuse habe ich die rechte Aussenbahn verlassen und wollte rüber zur Kaimauer kreuzen, um mich am Sprechfunk anzumelden, da senkte sich das riesige Schleusentor. Ich dachte, jetzt kommt gleich die Bergfahrt aus der Schleuse gefahren und bin wieder zurück gezogen. Als ich schon ziemlich nah dran war, hatte der Schleuser dann schon auf grün geschaltet und ich konnte direkt einfahren! Keine Bergfahrt! Er hatte mich früh auf dem Monitor und dann die Schleuse vorbereitet 🙂 Das ist mir öfters passiert, wirklich super drauf die fränkischen Schleuser!

Da fällt mir gerade eine Schleusengeschichte der letzten Tage ein…

Wie gesagt ist die Kommunikation ohne Handy echt nervig! Ich bin mit einem grossen holländischen Frachter mitgeschleust. Als das Hubtor hochging fuhr dieser jedoch relativ langsam weiter, …alles klar ! …, die nächste Schleuse ist nur etwa 4km weiter und vmtl. weiss der Holländer, dass gerade eine Bergfahrt die nächste Schleuse blockiert und passt sein Timing an. Also dranbleiben! Leider fuhr der Frachter mit ca. 7-8 km/h und nach einem 3/4h Dauersprint war ich fix und fertig. Kurz vor der Schleuse habe auf der Aussenbahn sogar zum Überholen angesetzt, da ich ja vor der Schleuse nochmal festmachen muss um mich anzumelden. Leider kam uns ein Riesenteil aus der Schleuse entgegen und der Platz wurde ziemlich eng um sich zu begegnen. Habe einen Anschiss vom Holländer bekommen! Hab draus gelernt 🙂 …da fällt mir eigentlich schon die nächste Geschichte ein 🙂 …

Schlussendlich fuhr ich ausnahmsweise ohne mich anzumelden im Gleitflug direkt hinter den Frachter ein. Per Gestikulation habe ich dem Schleuser über seinen Monitor mitgeteilt, dass mein Handy versenkt ist, dass das meine letzte Schleuse für heute sein wird und ich in Zukunft brav sein werde 🙂

Weiter geht’s…

Jetzt standen noch gute 8km bis zur nächsten und letzten Schleuse für heute aus und es fing ganz langsam an zu dämmern… Wenn ich durch diese Schleuse noch durchkomme habe ich danach noch entspannte 4,5km ohne Stress zum Hafen Forchheim. Dann WLAN, warme Dusche, Strom…!

Die Fahrt im Abendlicht war sauschön! Hatte noch eine bemerkenswerte Bekanntschaft gemacht. Auf einmal tauchte auf dem Damm eine hübsche Frau auf, kurzer Smalltalk, wollte eigentlich schon gerne mitkommen, ging aber dann doch nicht 🙂

Kurz vor 21 Uhr stand ich vor der letzten Schleuse. Wie immer ganz vorne an der Kaimaier angelegt und ab zum Sprechfunk. War ja klar….! Die einzige defekte Sprechfunkeinrichtung am ganzen Kanal erwische ich ausgerechnet jetzt! Auf Leuchtzeichen meiner Kopflampe hatte niemand reagiert. Hatte gehofft über die Aussenlautsprecher eine Ansage zu bekommen.

Da der Schleuser wie gesagt kein Lebenszeichen von sich gab, hiess es den Kat ordentlich festtauen, und dann ab durch das Unterholz. Mal sehen, wie es auf der anderen Seite aussieht?! Ok, Pferdekoppeln und da hinten am Waldrand eine kleine Siedlung! Nix wie hin, bei sehr netten Leuten geklingelt und nach einem Telefon gefragt. Dann habe ich mich beim Schleuser angemeldet und ihm die Lage erklärt, auch dass ich ca. ne Viertelstunde zurück zum Boot brauchen würde 🙂 So richtig vertraut hatte er mir glaube ich erst nicht 🙂 Zurück am Boot wurde die Schleuse dann unmittelbar auf grün geschaltet und alles war gut!

Und es wurde Nacht!

Jetzt war auch der Zeitpunkt, dass Ankerlicht das erste Mal einzuschalten.

Noch ungefähr eine Stunde bis zum Hafen Forchheim. Nach ca. einem Kilometer sehe ich auf einem Feldweg oberhalb vom Kanal in der Dunkelheit jemanden eine Lampe über Kopf schwenken.

Als dann noch eine bekannte, weibliche Stimme meinen Namen rief war sofort klar wer mich da abpasste! Ich muss sagen Carmen, das war eine sehr interessante Begegnung! Deinen Reisekoffer hattest du ja aber dann doch nicht dabei 🙂

Irgendwann musste der Tag aber sein Ende finden und ich habe es noch nach Forchheim geschafft. Leider war es ein zu dieser Uhrzeit verlassener, komplett verriegelter Stadthafen und aus der warmen Dusche wurde nichts.

Am nächsten morgen ging es dann weiter Richtung Bamberg und dem Ende des MDK entgegen…